
Verhalten & Lebensweise
Warum sind Igel nachts unterwegs, wie orientieren sie sich und was verrät ihr Verhalten über ihr Leben?
Nachts unterwegs – auf Streifzug durch die Dunkelheit
Braunbrustigel sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringen sie meist geschützt in einem Nest oder Versteck. Erst wenn es ruhiger und dunkler wird, beginnen ihre Streifzüge – auf der Suche nach Nahrung, einem geeigneten Unterschlupf oder einem Weg durch ihr Streifgebiet. Dabei können sie in einer einzigen Nacht mehrere Kilometer zurücklegen.
Igel leben überwiegend als Einzelgänger. Ihre Streifgebiete können sich jedoch überschneiden, ohne dass sie diese wie ein klassisches Revier verteidigen. Meist versuchen sie, einander aus dem Weg zu gehen. Treffen sie dennoch direkt aufeinander, kann es durchaus zu Auseinandersetzungen kommen – besonders in der Paarungszeit oder an attraktiven Futterstellen. Solche Begegnungen können heftig ausfallen und gelegentlich sogar zu Verletzungen führen.

Rückzugsorte & Nester – gut versteckt durch den Tag

Wenn die Nacht zu Ende geht, ziehen sich Igel an einen geschützten Ort zurück. Während der aktiven Jahreszeit nutzen sie häufig Tagesnester in dichter Vegetation, unter Hecken und Sträuchern, in Laub- oder Reisighaufen oder unter anderen geschützten Strukturen. Diese Schlafplätze können recht einfach sein – und im Laufe der Saison wechseln Igel durchaus zwischen verschiedenen Rückzugsorten.
Für länger genutzte Nester wird sorgfältiger gebaut. Trockenes Laub, Gras und anderes Pflanzenmaterial werden zusammengetragen und zu einem geschützten Nest verdichtet. Geeignete Plätze finden sich etwa unter dichtem Gebüsch, zwischen Totholz, in Reisig- oder Laubhaufen, unter Schuppen oder in offenen Komposthaufen. Wichtig sind vor allem Ruhe, Schutz vor Nässe und ausreichend natürliches Nistmaterial.
Orientierung – mit Nase und Ohren durch die Nacht
Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind Igel nicht auf besonders gutes Sehen angewiesen. Ihre Augen liefern ihnen zwar Informationen über ihre Umgebung, doch ihr Sehvermögen ist vergleichsweise schwach. Umso wichtiger sind Geruchssinn und Gehör: Mit ihrer empfindlichen Nase können sie Nahrung, Artgenossen und andere interessante Gerüche wahrnehmen, während ihr feines Gehör selbst leise Geräusche in der Umgebung erfasst.
Gerade in der Dunkelheit bilden diese beiden Sinne ihr wichtigstes Orientierungssystem. Beim Schnüffeln erkunden sie ihre Umgebung ständig neu und können so auch verborgene Nahrung aufspüren. Das Zusammenspiel aus Geruch und Gehör hilft ihnen, sich nachts sicher zu bewegen, Futter zu finden und mögliche Gefahren früh wahrzunehmen.

